Der Brief
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Warum?
***"Lass mich doch endlich in Ruhe" faucht ich und stapfte wütend einige Schritte weiter. Mit einem lauten, krachenden Geräusch fiel meine Tasche zu Boden und ich ließ mich daneben in das feuchte Gras gleiten. Eine träne wollte sich aus meinem Auge schleichen doch ich wischte sie weg bevor sie noch jemand bemerkte. Wenn sie mitkriegten das ich wegen ihnen weinte würde es nur noch schlimmer werden. Sie würden mich auslachen und... Schnell verdrängte ich diesen Gedanken da bereits wieder Tränen in mir aufstiegen. Da hörte ich ein fieses Lachen hinter mir und wandte den Kopf. Dort standen sie, die fünf Jungs die mir das Laben zur Hölle machten. Manchmal waren es auch mehr, doch heute nur fünf. Bei einem Blick in ihre Gesichter breitete sich eine seltsame Kälte in mir aus und ihr Lachen ließ das Blut in meinen Adern gefrieren. Ich bebte am ganzen Körper und schielte zu den anderen hinüber die mit unserer Lehrerin plauderten. Die meisten hatten sich abgewand doch einige kamen in unsere Richtung und bildeten einen Kreis aus Schaulustigen. Warum? Konnten sie mich nicht einfach in Ruhe lassen? Noch konnte ich immer allen weiß machen das nichts los war, dass sie mich nur ein wenig nervten, mehr niht. Alle haben mir das bisher abgekauft - außer dir! Du merkst, wenn es mir nicht gut geht, du kennst mich besser als jeder andere. Doch du hast auch gemerkt das ich nicht darüber reden wollte und mich nicht gedrängt. Danke!
Ein Tritt riss mich aus meinen Gedanken. Es ging los. So fest es ging kniff ich die Augen zusammen und presste mich gegen einen großen Baum. Der nächste Tritt war hart und traf mich gezielt zwischen den beine. Ich stöhnte auf vor Schmerz, hielt mir den Schritt und sank zu Boden. Die Umstehenden lachten nur und schlugen und traten weiter zu. Ich musste gegen eine Ohnmacht ankämpfen und hätte verloren, hätte nicht in diesem Augenblick unsere Lehrerin zum Aufbruch gedrängt.
Die anderen ließen von mir ab und ich sank erschöpft zu Boden. Aufstehen und weiterlaufen war unmöglich, doch kaum hatte ich dies gedacht da spürte ich zwei Hände die mich grob hochrissen und vorwärts schubsten.Mir wurde schwindelig. Übelkeit stieg in mir auf und meine Beine gaben nach doch sie stießen mich brutal weiter und so taumelte und schwankte ich vor ihnen her. Mehrmals stürzte ich zu Boden und mein rechter Arm schmerzte. Da ich ihn nicht bewegen konnte fürchtete ich er war gebrochen. Ich konnte kaum noch einen klaren Gedanken fassen und mir war als würden noch immer Schläge auf mich herunter prasseln.
Mir kam es wie eine kleine Ewigkeit vor wie sie mich dort entlang schubsten doch irgentwann ging der Wandertag zuende und wir kamen an der Schule an. Schon von weitem sah ich dich. Du sahst wieder gesund aus, nich wie noch vor zwei Wochen, vor deiner Kur. Vermutlich warst du erst wenige Stunden wieder zurück. Als du mich erblicktest kamst du auf uns zugestürzt. Die anderen bemerkten dich ebenfalls und machten sich davon.
Als sie mich losließen begann ich wieder zu taumeln und Sekunden bevor ich zu Boden krachte warst du da und fingst mich auf. Behutsam umschlosst du mich mit deinen starken Armen. Ich begann heftigst zu zittern und konnte nicht mehr an mich halten. tief vergrub ich mein Gesicht in deiner Schulter und ließ meinen tränen freien Lauf. Wie Bäche rannen sie aus meinen Augen und tränkten dein t-shirt. Nachdem ich mich ein wenig beruhigt hatte guckte ich in dein besorgtes gesicht. Deine wundervollen grünen Augen blickten mich traurig und beruhigend zugleich an und du strichst mir sanft mit der Hand eine träne aus dem Gesicht. wie sehr hatte ich dich doch vermisst während du weg warst. Es war schrecklich ohne dich. Doch nun warst du wieder da, hier, bei mir.
Langsam näherte ich mich dir und gab dir einen sanften kuss. Nach und nach versanken unsere Zungen in ein leidenschaftliches Spiel. Wie sehr hatte ich das doch vermisst... Ich genoss den Kuss sehr.
>Bäh, wie ekelig<, >Ihr Schwuchteln<, >Man sollte euch abknallen ihr scheiß Tunten< hörte ich es auf einmal neben uns rufen und löste mich aprupt aus unserem Kuss. Dort lief eine Gruppe Schüler und schaute verächtlich zu uns rüber. Wieder sammelten sich Tränen in meinen Augen und verschleierten sie fast gänzlich. Vorsichtig schaute ich zu dir auf. D8u warst sauer auf die Leute da du genau wusstest wie weh mir das tat, wie empfindlich ich war, das sah man dir an. Behutsam begannst du mir die Tränen von den Wangen zu küssen und ich genoss jede noch so kleine Berührung von dir. In diesem Moment hatte ich den Schmerz koplett vergessen.
Von da an schlief ich einige zeit nurnoch bei dir, aus Angst vor den anderen. Gemeinsam liefen wir zur Schule, in die Stadt, überall hin um ihnen bloß keine weitere Chance zu geben mich zu verprügeln. Alle Wunden waren verheilt, bis auf mein rechter Arm denn der war wirklich gebrochen.
Du wusstest inzwischen doch was Sache war denn ich hatte es dir Stück für Stück erzählt. Es war mir sehr schwer gefallen. Vermutlich hattest du es vorher bereits geahnt, doch mit jedem Wort das ich gesprochen hatte war deine Wut größer geworden. Du hast mich nicht unterbrochen. Dafür das du immer so verständnisvoll bist und so gut zuhören kannst liebe ich dich ja schließlich. Und für deine Gutmütigkeit und... Ach es gab so vieles wofür ich dich liebte. Glücklich guckte ich dich an und küsste dich flüchtig.
Wie lange würdest du das noch aushalten? Du könntest mich ja nich ewig 'bewachen', auch wenn du es wolltest. Irgentwann wäre ich wieder allein - so wie auch im Moment. Gerade als ich mich über den Gong zu einer weiteren Pause mit dir freute, wurdest du zum Schulleiter gerufen. Warum? Was hattest du gemacht? Nun stand ich hier, schutzlos, allein, klein, auf dem Schulhof welcher mir einfach nur viel zu groß und zu voll vorkam.
"He, kleiner. Na, wo ist denn dein schwuler Freund? Hat er dich im Stich gelassen?" Fragte eine dreckige Stimme, es folgte ein grausames Lachen. Mit angstgeweiteten Augen starrte ich ins Leere, unfähig mich zu bewegen. Sie waren da. Nutzten diesen Augenblick in dem ich so allein war schamlos aus.
Sekunden vergingen bis der erste Schlag mich hart am Kopf traf. Weitere, brutale Schläge folgten und ich sank wimmernd in mich zusammen. Sofort schossen mir sämtliche Fragen wieder in den Kopf. Warum ich? Was hatte ich ihnen getan? Warum ließen sie mich nicht einfach mein leben leben? Würden sie jemals aufhören? Oder würden sie weitermachen bis ich schließlich meinem Leben ein Ende setzte? War es das was sie wollten? Warum half mir niemand? Warum nur du, nich auch die anderen? Die Lehrer? All diese Fragen rasten durch meinen Kopf und brachten ihn zum pochen während ihre Schläge auf mich niederprasselten und mir äußere Wunden zufügten.
Beinahe blind vor Schmerz suchte ich festzustellen wie viele Mitschüler diesmal auf mich einschlugen. Es waren wesentlich mehr als sonst, sicher um die zwanzig Leute. Sie schlugen fest zu, ohne jegliche Rücksicht. Ließen ihre gesamte Wut die sie während den letzten Wochen angestaut hatten an mir ab. Wo warst du? Ich brauchte dich doch.
Bis zu diesem Augenblick hatte ich noch keine Angst. Es war ja fast wie immer, nur die Schläge waren härter und brutaler als sonst und es waren mehr Leute, doch das änderte sich aprupt. Mühsam öffnete ich die Augen während die chläge weitr auf mich niederprasselten wie kräftiger regen. Das erste was ich sah war ein Fuß der mit hoher Geschwindigkeit in Richtung meiner Brust sauste. Für die dauer eines Herzschlages schien es beinahe so, als würde die Welt still stehen. Kaum war dieser Augenblick vorbei prallte der Fuß mit unverminderter Wucht gegen meine Brust. Unter der Wucht des Aufpralls hörte man deutlich das knacken der brechenden Rippen. Ich schrie laut auf. Jetzt hatte ich Angst, wahnsinnige Angst. Todesangst. Sie traten weiter zu und die Schmerzen wurden immer und immer schlimmer.
Wiedereinmal musste ich gegen die Bewusstlosigkeit ankämpfen. Warum kamst du nicht endlich? Ich brauchte dich doch. Tränen liefen wie Bäche über meine Wangen und aus vielen Wunden floss Blut. Noch einmal konnte ich gegen die Bewusstlosigkeit siegen doch ich wurde immer schwächer.
Langsam fiel ich in eine Seltsame Starre so dass ich noch sah, hörte und spürte was um m ich herum geschah, mich jedoch nicht mehr regen konnte. Vor meinem inneren Auge sah ich mein gesamtes Leben vorbeiziehen. All die glücklichen Momente, Die Zeit in der wir beisammen waren. Schlagartig wurde mir bewusst das ich sterben würde, wenn mir nicht bald jemand half. Ich hatte bitterliche Angst. Wollte dich noch einmal, ein letztes mal berühren, dich küssen, in deine Augen sehen. Ich liebte dich doch...
Wieder traf mich ein harter Schlag doch die Gesamtschmerzen waren kaum noch zu toppen. Ich schloss die Augen. Bald würden all diese Schmerzen ein Ende haben. Ich wusste, das nun alle Hilfe zu spät käme. Mein Leben stand kurz vor seinem Ende. Da plötzlich hörten all die Schläge auf un dich hörte wütendes und sogleich angstvolles Schreien. Du kamst. Warst schon ganz nah.
Mühsam öffnete ich die Augen. Die Mitschüler welche mich verprügelt hatten waren verschwunden und du sacktest neben mir zu Boden. In deinen Augen standen Tränen. "Nein" flüstertest du immerzu. Mit einem Blick bedeutete ich dir näher zu kommen. Du nahmst meine Hand. Die deine zitterte. Vorsichtig wischte ich dir eine Träne vom Gesicht. Wir küssten uns ein letztes mal. Noch ein mal blickte ich in deine Augen. Sie waren so wunderschön. Deine kleidung war bereits rot von meinem Blut. Es war soweit. Mit heiserer Stimme krächzte ich ein "Ich liebe dich" schloß die Augen und starb.***